„Guadn Moang“, „Pfiati“, „Grias God“ und „Servus“

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Seit September bin ich jetzt in meiner Ausbildung zum Zahntechniker. Ich habe Glück, ich habe einen wirklich sehr netten Chef, der mir überall hilft und sehr geduldig ist. Aber ich muss so viel lernen. Am schwierigsten ist Latein für mich. Ich kann ja noch gar nicht perfekt Deutsch, und jetzt Latein! Mein Chef gibt mir jeden Tag ein paar Worte, die ich lernen soll. Ich weiß, dass es wichtig ist, aber es ist hart.

Und noch eine neue Sprache muss ich lernen: Bayerisch! Am ersten Tag bin ich morgens in die Arbeit gekommen, und alle Mitarbeiter und der Chef sagten „Guadn Moang“. Ich habe gar nichts verstanden. Ich habe meinen Chef oft am Telefon sagen gehört „moang kann i net“, da dachte ich,  „guadn moang“ heißt vielleicht „Guten Morgen“. Aber sicher war ich mir nicht. Nach einer Woche habe ich mich dann getraut, meinen Chef zu fragen, was das heißt. Er hat gelacht und hat mir das Bayerisch erklärt.  In dem Dentallabor sprechen alle bayerisch, und ich habe am Anfang viel geraten, was sie wohl meinen. Wenn sie untereinander sprechen, verstehe ich überhaupt nichts. Aber mit mir versuchen sie jetzt hochdeutsch zu sprechen, und das klappt ganz gut. Ich habe eine Nachhilfe-Lehrerin für Deutsch. Sie hat mir den Satz beigebracht: „Hams guat g`schlaffa?“ und gesagt, ich soll das meinen Chef mal fragen. Beim ersten Mal hat mein Chef mich nicht verstanden, dann habe ich es auf hochdeutsch nochmal versucht und er sagte: „Ach so! Lernst du jetzt auch bayerisch?“ Er hat gelacht und riet mir, erst einmal hochdeutsch dieses Jahr zu lernen, und dann bayerisch. Aber trotzdem kann ich schon ein bisschen bayerisch, ist ja auch klar, wenn alle um mich rum den ganzen Tag bayerisch sprechen. Wenn ich bayerisch höre, finde ich es schöner als hochdeutsch, auch wenn ich vieles nicht verstehe. Sie sprechen schneller und es klingt, als ob sie mit der Nase sprechen.

Kleiner Sprachtest der Redaktion mit Asef:

„Mogst an Kaffee?“

Asef:       „Willst du einen Kaffee?“

„Hast an Durscht?“

Asef:       „Hast du Durst?“

„I hob an Fetzenrausch“

Asef:       „Ich habe zu viel Alkohol getrunken“

„Da legst di nieder!“

…. Keine Ahnung!

„Mei bin i miad!“

…. Achselzucken…

„I muass hoam!“

Asef:       „Ich muss nach Hause“

Nicht schlecht Asef, das wird !!!

Raphael Müller-Hotop

Ich heiße Raphael Müller-Hotop, bin Psychologe und war von Oktober 2014 bis August 2019 stellvertretender Vorstandsvorsitzender des NeuLand e.V.. Es begeistert mich jedes Mal aufs Neue das Engagement der AutorInnen und Ehrenamtlichen mitzuerleben und gemeinsam mit so vielen Menschen aus verschiedenen Kulturen dieses verbindende Projekt mitzugestalten. Was mir an NeuLand außerdem besonders gefällt ist der Austausch mit den AutorInnen und unser Ziel, durch die Vermittlung eines breiten Spektrums an Perspektiven Verstehen, Kennenlernen und Dialog zu fördern.