Stört es dich, wenn ich dich Flüchtling nenne?

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Ich weiß nicht, was in der Welt passiert ist? Und wie das Wort „Flüchtling“ zu einem Schimpfwort geworden ist?! Ich erinnere mich an die Frage, die uns deutsche Freunde oft gestellt haben: ob uns das Wort „Flüchtling“ stört. Meine Antwort war spontan und ohne Nachdenken: „Nein, das stört uns überhaupt nicht.“ Das Wort ist für uns nicht verletzend. Es kommt nur darauf an, wie man die Frage stellt und was man mit dieser Frage meint. Es ist schade, wenn man das Wort „Flüchtling“ mit armen Leuten verbindet. Viele denken, dass Flüchtlinge unhöfliche, schlecht ausgebildete, arme und intolerante Menschen sind.

Der Flüchtling, der sich nicht an Regeln hält.

Der Flüchtling, der nicht wartet, der sich vordrängelt.

Der Flüchtling, der nicht gut mit anderen umgehen kann.

Der Flüchtling, der immer unpünktlich ist und der immer zu spät kommt.

Die Flüchtling, der aus einer anderen Kultur kommt und keinen Respekt vor Frauen oder anderen Menschen hat.

Sie vergessen immer, dass diese Personen früher einmal Flüchtlinge waren, jetzt aber einen positiven Beitrag in der Gesellschaft leisten durch ihre Arbeit oder ihr Studium. Sie bemühen sich, alles zurückzugeben, was sie vom Staat bekommen haben und sie beeilen sich sehr, die deutsche Sprache zu lernen. Viele Flüchtlinge sind zur Zeit Arbeiter, Studenten oder Schüler. Es hilft uns nichts, wenn uns soziale Organisationen oder Journalisten fotografieren und dann veröffentlichen und unter diese Fotos in der Zeitung „Flüchtlinge“ schreiben. Diese Zeitungen werden nur kurz gelesen, man hat ein bisschen Mitleid und macht dann weiter mit seinem Alltag. Wir brauchen kein Mitleid, sondern Möglichkeiten und Unterstützung, damit wir uns wieder ein neues Leben und eine Zukunft aufbauen können. Wir sind nicht hier, weil wir kein Essen in unserer Heimat haben, sondern weil wir dort keine Sicherheit haben und keine Hoffnung, eine Zukunft in unserer Heimat aufzubauen. Wir suchen nach Sicherheit, Würde und Hoffnung. Wir suchen nach dem, was jeder in dieser Welt braucht. Und wir würden das Wort „Flüchtling“ nie als Schimpfwort ansehen.