Sehnsucht – Über die Trennung vom Heimatland Syrien

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Jedes Mal, wenn mich die Sehnsucht erschöpft, entfessele ich die Worte.

Im Tintenfluss lass‘ ich die Buchstaben frei – sie erobern viele Orte.

 

Meiner Poesie, doch wenn Dein Name in den Gedichten den Rythmus bricht,

stehen sie in Schweigeminuten still und rühren sich nicht.

 

Voll Hoffnung atme ich die Buchstaben Deines Namens ein,

ausatmend spür‘ ich brennende Verfremdung als Qual allein.

 

Und wenn meine Gedichte klingen in der Melodie der Unvergänglichkeit,

mögen sie Deinen Namen bergen wie die Falten der Ewigkeit.

 

Aus meinen Augen fließt ein trauriger Strom,

welchem Leidenden hilft Sehnsucht wie diese denn schon?

 

Manchmal gehe ich unter im Meer der Poesie,

verlier ich mich zwischen den Zeilen der Geschichten, doch ohne sie.

 

Bleibt mir nichts im Gedächtnis von meinem Heimatland,

nur die Spur meiner Tränen, die ich dafür fand.

 

Das Schluchzen meiner Mutter klingt in mir nach,

die Stimme meines Vaters, der Gebete für mich sprach.

 

Trennung und Flucht war das Letzte, das es für uns gab,

ein winziges Boot in der Aegaeis wurde mir fast zum Grab.

 

In den Bergen Mazedoniens deckte mich nur der Himmel zu,

Unrecht aller Art gaben die Elends-Gefängnisse Ungarns dazu.

 

Meine Heimat ist vom Krieg erschöpft und wie ich obdachlos,

fruchtlose Verhandlungen in Genf sind unser beider bitteres Los.

Dichter: Kusai Alibrahim, Syrien

Übertragung ins Deutsche: Dr. Carina Weiss