“Perspektivwechsel – wie Geflüchtete auf die Pandemie blicken” – Saad Aljafry

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Ich, Saad, mache mir Sorgen wegen Corona. Nicht weil es für mich gefährlich sein könnte, ich laufe Marathons und Halbmarathons, sondern meine Gesellenprüfungen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ich fand auch sehr schade, dass wir Jesiden dieses Jahr unseren Çaršma Nissane (Roter Mittwoch) nur jeder für sich zu Hause feiern konnte. Es geht bei dem Fest eigentlich darum, dass sich alle Jesiden treffen und zusammen feiern. Was ich natürlich auch nicht schön finde ist, dass ich mich weder mit den Feuerwehrleuten noch den Leuten von der Volkssternwarte treffen kann.

Ich hätte gerne wieder Normalität, dass wir wieder gemeinsam Sterne beobachten können und, dass ich wieder auf Veranstaltungen bei der Feuerwehr gehen darf, z.B. auf den Florianstag am 03. Mai. Wenn es so weiter geht, kann ich auch im Dezember nicht wieder Theater spielen, was ich sehr schade fände. Wir wollten in der Weihnachtszeit „Pinocchio“ spielen und ich freue mich sehr darauf.

Im Moment bleibt uns nichts anderes übrig als Durchhalten und das Beste aus der Situation zu machen. Ich habe in meinem Leben ganz andere Dinge durchmachen müssen, Dinge wo es ums Überleben ging, um Leben und Tod. Was ist da das bisschen Abstand halten? Ist das die einzige Regel, die man den Leuten in Deutschland vorschreiben kann/darf? Auch das geht vorüber!