„Halt‘s Maul, du Ausländer!“

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Ich wollte von Schwabing von dem Restaurant, in dem ich arbeite, nachts nach Freising fahren, wo ich wohne. Mit der U-Bahn musste ich nach Feldmoching, wo ich die S-Bahn nehmen wollte. Die Zeit war knapp, nur drei Minuten, um die S-Bahn zu erreichen, wenn die U-Bahn pünktlich gewesen wäre. Am U-Bahnhof Dülferstraße kam es zu einer schrecklichen Situation. Der U-Bahn-Fahrer stieg aus und unterhielt sich mit einem älteren Mann auf dem Bahnsteig. Die Türen standen offen. Ich saß im ersten Wagen, schaute die ganze Zeit auf meine Uhr und dachte, ich werde meine S-Bahn nicht mehr bekommen, wenn der Fahrer nicht weiterfährt. Nach ungefähr 4 bis 5 Minuten bin ich zu der offenen Tür und habe den Fahrer gefragt: „Entschuldigen Sie bitte, können Sie fahren? Ich habe so wenig Zeit, wenn Sie noch länger hier bleiben, dann kann ich meine S-Bahn nicht nehmen.“

Keiner hat mir geholfen

Der andere Mann hat sofort zu mir gesagt: „Halt‘s Maul, du Ausländer!“ – und noch mehr, aber das habe ich nicht verstanden. Der Fahrer sagte zu dem Mann: „Wir können auch ein andermal reden, lass den Ausländer“. Ich habe nochmal gesagt: „Was ist los hier? Fahren Sie oder nicht?“. Dann sagte der Mann Schimpfworte, die ich nicht richtig verstanden habe. Die Leute in der U-Bahn haben gelacht, manche haben mit dem Kopf geschüttelt. Keiner hat mir geholfen. Das Lachen habe ich so verstanden, dass sie über mich lachen. Vielleicht hatte ich etwas Komisches gesagt, weil mein Deutsch nicht perfekt ist. Der Fahrer ging dann auf seinen Sitz, und bevor die Türen zugingen, kam der Mann auf mich zu und drohte mir mit Schlägen und dann mit dem Zeigefinger. Zum Glück gingen da gerade die Türen zu und ich war in Sicherheit. Die S-Bahn habe ich dann doch um eine Minute verpasst und musste 39 Minuten auf die nächste warten. Das Schlimme aber war, dass ich zum ersten Mal als Ausländer beschimpft wurde.