„Dieser Geruch nach Essen, Turnhalle, Rauch und 120 Männern…”

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Interview mit der 16-jährigen Schriftstellerin Annabel Lang-Ennerst

Gefühle sind weder weiß noch schwarz. In ihrem Buch „ Black and White” drückt Annabel Lang-Ennerst diese Gefühle durch ihre Beziehung zu Flüchtlingen und deren Geschichten aus. Diese Erfahrungen hat sie aufgeschrieben, um zu zeigen, dass menschliche Gefühle wichtiger sind als Herkunft. In ihrem Roman hat Annabel ihre eigenen Erfahrungen mit Geflüchteten in einer Liebesgeschichte verwoben. Sie schreibt über ihren ersten Eindruck als sie noch sehr ängstlich in das Erstaufnahmelage in Kirchseeon kam: Im Sommer 2015 wurden Menschen unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe in Schulturnhallen zusammengeführt, so auch in der des Gymnasium Kirchseeon. Es bildete sich ein Helferkreis, in dem sich auch die damals zwölfjährige Annabel zusammen mit ihrer Mutter befand.

Lernten sich im Erstaufnahmelager in Kirchseeon kennen: Mohamad Alkhalaf im Gespräch mit der jungen Schriftstellerin.

Mohamad Alkhalaf: Wann hattest du die Idee, deine Erfahrungen in ein Buchprojekt einfließen zu lassen?


Annabel Lang-Ennerst: Mit ungefähr 13 Jahren.

Wie haben die Anwesenden reagiert, als du zum ersten Mal den Raum betreten hast?

Also im Camp? Alle haben mich freundlich aufgenommen und begrüßt.

Wie war das Klima, das dein Schreiben begleitet hat?

Glücklich und aufgeregt und manchmal auch traurig.

Sind die Personen in deinem Buch echt oder erfunden?

Teils echt, teils erfunden.

Erinnerst du dich an einige Situationen, während du geschrieben hast?


Ja klar, ich erinnere mich noch an diesen Geruch von Essen, Turnhalle, Rauch und einfach 120 Männern.

Kommen die Personen während der Handlung öfters vor?

Ja, die kommen öfters im Buch vor.

Hast du dir die Geschichten der Personen angehört?


Mir haben viele davon erzählt.

Wie sieht die Realität hier in Deutschland für die Flüchtlinge aus?


Es ist sehr schwer für sie und wir hier in Deutschland sollten versuchen, ihr Leben zu er- leichtern.

Welche Botschaft willst du dem Leser vermitteln?

Die positive Seite. Dass die Leser nicht nur die schlechten Sachen in der Zeitung lesen, sondern auch die schönen Seiten kennenlernen. Und außer- dem die Geschichten, die die Flüchtlinge dazu gebracht haben, zu fliehen.

Was glaubst du, was die Deutschen über Flüchtlinge denken?


Unterschiedlich. Viele sehen es negativ, da sie sagen, dass ihnen die Jobs weggenommen werden, obwohl das nicht wahr ist. Andere wollen ihnen helfen, so wie ich.

Denkst du, dass das Buch die Haltung der Deutschen gegenüber den Flüchtlingen ändern wird?

Ja, ich hoffe, dass sie die Flüchtlinge besser verstehen.

In dem Buch gibt es Geschichten über Pubertierende. Welchen Einfluss hat das auf die Älteren?

Es hilft dabei, die Denkweise der Jugendlichen zu erklären und wie sie sich ändern können.

Gibt es irgendjemanden, der dein Buch publizieren möchte?


Leider noch nicht. Aber ich hoffe, ich finde jemanden.