5 Jahre LWC – Zeig mir den Weg

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Wie mir das Lighthouse half, in Deutschland anzukommen.

Das Lighthouse Welcome Center® ist ein kleines Holzhaus, ungefähr 10 Quadratmeter groß. Außen und innen ist es in zwei Farben angemalt, gelb und weiß. Vom Dach hängt eine Tafel, auf der steht: »Lighthouse Welcome Center®«. Und auf der Tafel ist ein Leuchtturm zu sehen. Das Welcome Center hat vier Seiten. Drei Seiten haben Fenster, auf der vierten Seite gibt es eine Tür, durch die man hineingehen kann. Innen neben der Tür gibt es ein Waschbecken, gegenüber steht ein Schrank mit kleinen Schubladen, der mit Postern beklebt ist, wodurch er unglaublich schön aussieht. Das Lighthouse Welcome Center® steht am Eingang der Bayern Kaserne in der Heidemannstraße 50. 2017 wurde es vom anderen Ende des Geländes dorthin verlagert. Montags bis Sonntags von 15 bis 18 Uhr arbeiten dort Ehrenamtliche.

» Ich werde niemals vergessen, was sie für mich und die anderen getan hat. «

Manchmal haben sie Ausflüge und Wanderungen organisiert, bei denen wir die Region um München kennenlernen konnten. Wir haben auch zusammen Fußball gespielt. Im Welcome Center konnten wir außerdem Tee trinken und Kekse essen. Als ich in der Bayernkaserne angekommen bin, habe ich den Sinn des Lighthouse Welcome Center® erst nicht verstanden. Ich dachte, es wäre ein kleiner Kiosk, in dem man Zigaretten und so kaufen kann. Dann habe ich verstanden, dass alle Angebote dort kostenlos sind. Wenn die ehrenamtlichen Mitarbeiter am Nachmittag kamen, waren dort immer schon die ersten Asylsuchenden. Wir standen in Gruppen zusammen, nach Nationalitäten getrennt. Es hat mich immer etwas an Szenen aus der Serie »Prison Break« erinnert. Die meisten der Ehrenamtlichen waren Frauen, sie sprachen englisch und französisch. Keiner der Asylsuchenden verstand damals deutsch, wir waren wie eine Schafsherde, die sich verirrt hatte und jemanden suchte, der ihnen den Weg zeigte.

Illustration: Caro Poullain

Dort habe ich eine Frau kennengelernt, ihr Name ist Serena. Sie hat die Asylbewerber zu sich eingeladen, um mit ihrer Familie zu feiern. Ihr Mann und ihre Tochter waren wirklich sehr nett. Ich werde niemals vergessen, was sie für mich und die anderen getan hat.

Raphael Müller-Hotop

Ich heiße Raphael Müller-Hotop, bin Psychologe und war von Oktober 2014 bis August 2019 stellvertretender Vorstandsvorsitzender des NeuLand e.V.. Es begeistert mich jedes Mal aufs Neue das Engagement der AutorInnen und Ehrenamtlichen mitzuerleben und gemeinsam mit so vielen Menschen aus verschiedenen Kulturen dieses verbindende Projekt mitzugestalten. Was mir an NeuLand außerdem besonders gefällt ist der Austausch mit den AutorInnen und unser Ziel, durch die Vermittlung eines breiten Spektrums an Perspektiven Verstehen, Kennenlernen und Dialog zu fördern.